
Die wahre Qualität Ihres Tellers hängt nicht vom Materialnamen ab, sondern von unsichtbaren Herstellungsdetails, die seine Langlebigkeit bestimmen.
- Die Robustheit eines Tellers wird durch einen verstärkten Rand (Profi-Rand) und hohe Brenntemperaturen entschieden, nicht durch die Porzellanart.
- Echte Eleganz erkennen Sie an der Transluzenz (Lichtdurchlässigkeit) und dem klaren Klang – Merkmale von hochwertigem Bone China.
- Die Spülmaschinenfestigkeit eines Dekors hängt von der Brenntechnik (Inglasur vs. Aufglasur) ab, nicht vom Muster selbst.
Empfehlung: Werden Sie zum Kenner. Anstatt nur nach „Bone China“ oder „Hartporzellan“ zu fragen, prüfen Sie die Kante, halten Sie den Teller gegen das Licht und fragen Sie nach der Nachkaufgarantie.
In meiner Werkstatt spüre ich jeden Tag den Unterschied zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Stück Keramik. Es ist eine Frage der Haptik, des Gewichts, des Klangs. Und doch erlebe ich oft, wie Kunden vor einer falschen Wahl stehen: die vermeintliche Robustheit von Hartporzellan gegen die zerbrechlich anmutende Eleganz von Bone China. Viele glauben, sie müssten sich zwischen einem langlebigen Alltagshelden und einem empfindlichen Schatz für die Vitrine entscheiden. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn der „robuste“ Teller nach wenigen Monaten erste Kantenplatzer zeigt oder das teure Goldrand-Service nach der ersten Familienfeier in der Spülmaschine seinen Glanz verliert.
Die gängigen Ratschläge – auf große Marken zu setzen oder einfach das Budget entscheiden zu lassen – greifen zu kurz. Sie übersehen das Wesentliche, das, was ich als Keramiker im Feuer forme und mit meinen Händen prüfe. Die wahre Entscheidung liegt nicht im Namen des Materials, sondern in den Geheimnissen seiner Herstellung. Die Stabilität eines Tellers wird nicht durch seinen Marketingbegriff definiert, sondern durch die Geometrie seines Randes und die Hitze, der er ausgesetzt war. Die Schönheit eines Dekors ist nicht nur eine Frage des Designs, sondern der Technik, mit der es untrennbar mit dem Scherben verschmolzen wird.
Dieser Artikel nimmt Sie mit in die Welt der Keramik und lüftet die Geheimnisse, die sonst nur in der Manufaktur bekannt sind. Vergessen Sie die einfache Gegenüberstellung von „alltagstauglich“ und „elegant“. Ich zeige Ihnen, wie Sie beides in einem Stück finden können. Sie werden lernen, Qualität mit Ihren eigenen Sinnen zu erkennen und zu verstehen, warum die Form eines Tellers Ihr Essen ebenso beeinflusst wie die Zutaten selbst. Es geht darum, Ihr Geschirr nicht nur als Gebrauchsgegenstand zu sehen, sondern als die Leinwand, die Ihre Kochkunst verdient – eine Leinwand, die sowohl schön als auch beständig ist.
Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Qualitätsmerkmale von hochwertigem Geschirr. Sie lernen, worauf es bei der Haltbarkeit, der Ästhetik und der praktischen Anwendung wirklich ankommt, um eine fundierte und langfristig befriedigende Kaufentscheidung zu treffen.
Inhalt: Der ultimative Leitfaden für die Wahl Ihres Porzellans
- Warum platzen bei billigen Tellern die Ränder ab und wie verhindert das der Profi-Rand?
- Woran erkennen Sie hochwertiges Bone China, wenn Sie es gegen das Licht halten?
- Warum verblasst das Goldrand-Geschirr in der Spülmaschine, das bunte Muster aber nicht?
- Warum wirkt Essen auf großen Tellern mit breiter Fahne (Rand) wertiger?
- Warum sollten Sie niemals eine Serie kaufen, die nächstes Jahr aus dem Programm fliegt?
- Wie richten Sie Speisen an, damit sie wie im Restaurant aussehen, ohne kalt zu werden?
- Warum passt Bolognese nicht zu Spaghetti und welche Form hält stückige Saucen am besten?
- Beeinflusst die Form des Glases wirklich den Geschmack oder ist das nur Marketing?
Warum platzen bei billigen Tellern die Ränder ab und wie verhindert das der Profi-Rand?
Der frustrierendste Moment für jeden Geschirr-Liebhaber ist der erste „Chip“ – die kleine, aber unübersehbare Absplitterung am Tellerrand. Oft wird dies pauschal der Materialart zugeschrieben, doch die Wahrheit liegt in der Konstruktion. Billiges Geschirr hat oft einen dünnen, ungeschützten Rand, der bei kleinsten Stößen, wie sie im Spülbecken oder beim Einräumen in den Schrank alltäglich sind, nachgibt. Die mechanische Belastung konzentriert sich auf eine winzige, schwache Fläche, und das Material bricht.
Hier kommt das Geheimnis der Gastronomie ins Spiel: der verstärkte Rand, auch „Profi-Rand“ genannt. Dabei handelt es sich nicht um eine zusätzliche Beschichtung, sondern um eine bewusst massiver gestaltete Kante. Diese leichte Verdickung verteilt die Aufprallenergie auf eine größere Fläche und erhöht so die Kanten-Schlagfestigkeit dramatisch. Es ist ein Prinzip, das man aus der Architektur kennt: Ein breiteres Fundament trägt mehr Last. Manufakturen wie Bauscher Porzellan, die seit über einem Jahrhundert die deutsche Gastronomie ausstatten, haben diese Technik perfektioniert und kombinieren sie mit einer extrem hohen Brenntemperatur. So wird laut Branchenexperten spezielles Gastronomiegeschirr bei mindestens 1.400°C gebrannt, was dem Scherben eine enorme Dichte und Widerstandsfähigkeit verleiht.

Diese Kombination aus intelligenter Formgebung und maximaler Verdichtung des Materials ist der Grund, warum ein Hotel-Teller tausende Spülgänge und den rauen Alltag überlebt, während ein optisch ähnlicher Teller aus dem Supermarkt schnell Schäden aufweist. Achten Sie also beim Kauf nicht nur auf das Material, sondern fühlen Sie den Rand. Eine subtile, aber spürbare Verdickung ist das beste Indiz für ein langlebiges Design.
Woran erkennen Sie hochwertiges Bone China, wenn Sie es gegen das Licht halten?
Bone China, das „weiße Gold“, ist von Mythen umgeben. Sein edler Ruf basiert auf einer einzigartigen Eigenschaft, die Sie mit bloßen Händen und Augen prüfen können: die Transluzenz. Der hohe Anteil an verglühter Knochenasche in der Rohmasse – mindestens 35 % für echtes Bone China – sorgt dafür, dass der Scherben nach dem Brand eine feine Lichtdurchlässigkeit besitzt. Halten Sie einen Teller gegen eine Lichtquelle: Wenn Sie den Schatten Ihrer Hand auf der anderen Seite schemenhaft erkennen, halten Sie wahrscheinlich ein hochwertiges Stück in den Händen. Hartporzellan hingegen ist aufgrund seiner dichten Struktur aus Kaolin, Feldspat und Quarz absolut opak.
Doch die sinnliche Prüfung geht weiter. Nutzen Sie Ihre Sinne, um die Qualität zu bestimmen:
- Der Klangtest: Tippen Sie vorsichtig mit dem Fingernagel an den Rand des Tellers. Hochwertiges, dünnwandiges Bone China antwortet mit einem hellen, klaren und langanhaltenden Ton, fast wie eine kleine Glocke. Hartporzellan klingt im Vergleich dumpfer und kürzer.
- Der Sichttest: Die Farbe ist ein weiterer Indikator. Während reines Hartporzellan oft einen leicht bläulichen oder kühlen Weißton hat, zeichnet sich Bone China durch einen warmen, leicht cremigen bis elfenbeinfarbenen Schimmer aus.
- Der Gewichtstest: Nehmen Sie einen Teller aus Bone China und einen gleich großen aus Hartporzellan in die Hand. Sie werden überrascht sein: Bone China ist bei gleicher Stabilität spürbar leichter und filigraner. Diese Leichtigkeit macht es im täglichen Gebrauch besonders angenehm.
- Der Haptik- und Schneidetest: Fahren Sie mit den Fingern über die Glasur. Sie sollte sich absolut glatt und porenfrei anfühlen. Die Qualität der Glasur bestimmt auch die Schnittfestigkeit. Eine harte, bei hoher Temperatur gebrannte Glasur widersteht den Kratzern von Besteck und bewahrt die makellose Oberfläche über Jahre.
Diese einfachen Tests, die keine speziellen Werkzeuge erfordern, machen Sie unabhängig von Markennamen und Preisetiketten. Sie ermöglichen es Ihnen, die wahre materielle Qualität eines Stücks zu erfassen – eine Fähigkeit, die den Unterschied zwischen einem einfachen Kauf und einer echten Investition ausmacht.
Warum verblasst das Goldrand-Geschirr in der Spülmaschine, das bunte Muster aber nicht?
Es ist eine häufige Enttäuschung: Das edle Service mit dem glänzenden Goldrand kommt nach einigen Spülgängen matt und abgenutzt aus der Maschine, während das bunte Blumendekor daneben unverändert strahlt. Der Grund dafür ist kein Materialfehler, sondern eine Frage der Brenntechnik, genauer gesagt, des Zeitpunkts, an dem das Dekor aufgetragen wird. Die Haltbarkeit eines Musters hängt davon ab, ob es auf, in oder unter der Glasur liegt.
Edelmetalldekore wie Gold oder Platin vertragen die extrem hohen Temperaturen des Glasurbrandes (über 1.200°C) nicht – sie würden einfach verbrennen. Deshalb werden sie in einem späteren Schritt als „Aufglasur-Dekor“ auf die bereits fertig gebrannte Glasur aufgetragen und bei einem separaten Dekorbrand bei viel niedrigeren Temperaturen fixiert. Wie Wikipedia zur Porzellanherstellung erklärt, können Dekorbrände bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von ca. 850 °C folgen. Diese Dekore liegen als hauchdünne Schicht auf der Glasur und sind daher anfälliger für mechanischen Abrieb und die aggressiven Salze im Geschirrspüler.
Bunte Dekore hingegen werden oft als „Inglasur-“ oder „Unterglasur-Dekor“ aufgebracht. Beim Inglasur-Verfahren wird die Farbe auf die ungebrannte Glasur aufgetragen und sinkt während des Hochtemperaturbrandes leicht in die erweichende Glasurschicht ein. Sie ist somit von der Glasur umschlossen und geschützt. Beim Unterglasur-Dekor wird die Farbe sogar direkt auf den Scherben gemalt, bevor die Glasur darübergelegt wird. Dieses Dekor ist untrennbar mit dem Teller verbunden und absolut permanent. Der folgende Vergleich verdeutlicht die Unterschiede in der Haltbarkeit:
| Dekorationsart | Brenntemperatur | Spülmaschinenfestigkeit | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Aufglasur-Gold | ca. 850°C | Nur spülmaschinengeeignet | Kann verblassen |
| Inglasur-Dekor | 1.200-1.400°C | Spülmaschinenfest | Dauerhaft eingebrannt |
| Unterglasur-Muster | 1.400°C+ | Voll spülmaschinenfest | Permanent |
Abhängig von der Art des Dekors können ein oder mehrere Dekorbrände bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von ca. 850 °C folgen.
– Wikipedia-Artikel über Porzellan
Wenn Sie also ein Service für den täglichen Gebrauch suchen, achten Sie auf die Kennzeichnung „spülmaschinenfest“ (Inglasur) oder „mikrowellengeeignet“ (ein sicheres Zeichen, dass keine Metalle verwendet wurden). „Spülmaschinengeeignet“ ist oft ein Hinweis auf empfindlichere Aufglasur-Dekore, die Schonprogramme bevorzugen.
Warum wirkt Essen auf großen Tellern mit breiter Fahne (Rand) wertiger?
Die Wahl des Tellers ist der erste Schritt des Anrichtens. Ein Teller ist mehr als nur ein Behälter; er ist der Rahmen für Ihr kulinarisches Kunstwerk. Profiköche wissen, dass große Teller mit einer breiten, un dekorierten Kante – der sogenannten Fahne – eine Speise sofort hochwertiger und exklusiver erscheinen lassen. Dieses Prinzip bedient sich eines einfachen psychologischen Tricks: Der breite, leere Rand erzeugt einen visuellen Kontrast und lenkt den Fokus des Betrachters wie ein Passepartout auf das Zentrum, also auf das Essen.
Die großzügige Leere um die Portion herum signalisiert Luxus und Zurückhaltung. Anstatt den Teller zu überladen, wird die Speise zelebriert. Die breite Fahne gibt dem Gericht Raum zum Atmen und lässt selbst eine kleinere, fein arrangierte Portion bedeutsam und bewusst komponiert wirken. Deutsche Premium-Hersteller wie Schönwald nutzen diesen Effekt gezielt für die Gastronomie, um Gerichte optisch aufzuwerten und dem Gast ein Gefühl von Exklusivität zu vermitteln. Ein filigran angerichtetes Stück Fisch auf einem großen Teller mit breitem Rand bleibt einfach besser in Erinnerung als dieselbe Portion auf einem bis zum Rand gefüllten Standardteller.

Darüber hinaus hat die Fahne auch einen praktischen Nutzen. Sie bietet dem Servicepersonal eine sichere Grifffläche, ohne die Speise zu berühren, und verhindert, dass Saucen oder Jus beim Tragen über den Rand schwappen. Für den Gast zu Hause bedeutet dies eine saubere und ästhetische Präsentation vom ersten bis zum letzten Bissen. Die Wahl eines Tellers mit einer großzügigen Fahne ist also eine bewusste Designentscheidung, die die Wertschätzung für das Essen sichtbar macht.
Warum sollten Sie niemals eine Serie kaufen, die nächstes Jahr aus dem Programm fliegt?
Die Investition in ein hochwertiges Geschirrservice ist eine Entscheidung für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Nichts ist ärgerlicher, als wenn nach kurzer Zeit ein Teller zerbricht und die Serie bereits vom Hersteller aus dem Programm genommen wurde. Plötzlich haben Sie ein unvollständiges Service, dessen Wert und Harmonie empfindlich gestört sind. Das verlockende Schnäppchen für eine „Auslaufserie“ entpuppt sich schnell als teurer Fehler. Die Langlebigkeit eines Services bemisst sich daher nicht nur an seiner materiellen, sondern auch an seiner kommerziellen Verfügbarkeit.
Seriöse Hersteller verstehen diesen Kundenwunsch nach Sicherheit und bieten daher eine Nachkaufgarantie. Diese Garantie sichert Ihnen zu, dass Sie auch in vielen Jahren noch einzelne Teile nachkaufen können, um Ihr Set zu ergänzen oder zu ersetzen. Villeroy & Boch, ein traditionsreicher deutscher Hersteller, geht sogar so weit, dass der Nachkauf-Service von Villeroy & Boch Kunden 12 Monate vor dem Auslaufen einer Serie informiert. Dies gibt Ihnen genügend Zeit, Ihren Bestand bei Bedarf aufzustocken. Diese langfristige Planungssicherheit ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal einer Marke und rechtfertigt oft einen höheren Anschaffungspreis.
Bevor Sie sich also für eine Serie entscheiden, sollten Sie deren Langlebigkeit im Sortiment des Herstellers prüfen. Ein klassisches, zeitloses Design hat eine deutlich höhere Chance, über lange Zeit verfügbar zu bleiben, als ein kurzlebiger modischer Trend. Das Siegel „Made in Germany“ ist oft nicht nur ein Garant für materielle Qualität, sondern auch für eine verlässlichere Produkt- und Ersatzteilpolitik.
Ihr Plan zur Prüfung der Serien-Langlebigkeit:
- Nachkaufgarantie prüfen: Suchen Sie gezielt nach Informationen zur Nachkaufgarantie oder Verfügbarkeitsdauer auf der Website des Herstellers.
- Fachhandel befragen: Fragen Sie das Verkaufspersonal explizit, wie lange die Serie voraussichtlich im Programm bleiben wird. Erfahrene Händler haben hier oft ein gutes Gespür.
- Herkunft beachten: Achten Sie auf Qualitäts- und Herkunftssiegel wie „Made in Germany“, die oft mit einer langfristigeren Produktstrategie einhergehen.
- Sonderangebote meiden: Seien Sie besonders vorsichtig bei stark reduzierten Auslaufposten und Sonderaktionen in Discountern, wenn Sie ein Service für die Ewigkeit suchen.
- Serie registrieren: Wenn vom Hersteller angeboten, registrieren Sie Ihr gekauftes Service. So erhalten Sie oft automatisch eine Benachrichtigung, bevor die Serie ausläuft.
Wie richten Sie Speisen an, damit sie wie im Restaurant aussehen, ohne kalt zu werden?
Die schönste Präsentation nützt nichts, wenn das Essen kalt auf den Tisch kommt. Profiköche meistern diesen Spagat durch zwei Dinge: perfekte Vorbereitung (Mise en Place) und das Wissen um die Materialeigenschaften ihres Geschirrs. Ein entscheidender Faktor ist die Wärmespeicherung des Porzellans. Dichtes, bei hohen Temperaturen gebranntes Hartporzellan speichert Wärme deutlich besser und länger als das filigranere, leichtere Bone China. Seine massive Struktur wirkt wie ein kleiner Wärmespeicher.
Der wichtigste Trick der Profis ist daher denkbar einfach: Wärmen Sie Ihre Teller vor! Eine Temperatur von 50-70°C im Backofen ist ideal. Die Teller sollten sich warm, aber nicht heiß anfühlen. Dieser simple Schritt verlangsamt das Abkühlen der Speisen drastisch und gibt Ihnen das entscheidende Zeitfenster, um das Gericht in Ruhe und mit Präzision anzurichten. Ein warmer Teller sorgt dafür, dass Saucen flüssig bleiben und empfindliche Komponenten wie ein perfekt gegartes Stück Fisch ihre optimale Temperatur behalten.
Sobald die Teller warm sind, zählt Geschwindigkeit. Der Anrichteprozess selbst sollte pro Teller nicht länger als 30 Sekunden dauern. Dies gelingt nur mit einem professionellen Workflow, bei dem jeder Handgriff sitzt:
- Mise en Place: Ordnen Sie alle Komponenten – Fleisch, Gemüse, Beilagen, Saucen, Garnituren – griffbereit um Ihren Arbeitsplatz an. Kein Suchen, kein Zögern.
- Präzisionswerkzeuge: Füllen Sie Saucen und Pürees in kleine Squeeze-Flaschen. Das ermöglicht ein schnelles, sauberes und präzises Auftragen von Punkten und Linien.
- Frische bewahren: Halten Sie gezupfte Kräuter und feine Garnituren in einem leicht feuchten Tuch bereit. So bleiben sie frisch und knackig bis zum letzten Moment.
- Zuerst die Basis: Beginnen Sie mit den größten Komponenten (z.B. Püree oder Gemüse) und arbeiten Sie sich zu den kleinsten, filigransten Elementen (z.B. Kräuter oder Kresse) vor.
Durch die Kombination aus vorgewärmtem, wärmespeicherndem Geschirr und einem schnellen, organisierten Anrichteprozess schaffen Sie es, Gerichte auf Restaurant-Niveau zu servieren, die nicht nur fantastisch aussehen, sondern auch in der perfekten Temperatur genossen werden können.
Warum passt Bolognese nicht zu Spaghetti und welche Form hält stückige Saucen am besten?
Die Kombination von Spaghetti mit Bolognese ist ein weltweit verbreitetes Missverständnis, das in Italien selbst für Kopfschütteln sorgt. Der Grund ist rein physikalischer Natur: Die glatte, runde Oberfläche von Spaghetti bietet einer grobstückigen Fleischsauce kaum Halt. Bei jedem Gabeldreh rutscht das meiste Ragù vom Nudelstrang und bleibt traurig auf dem Teller zurück. Die Form der Pasta und die Konsistenz der Sauce müssen eine Symbiose eingehen, damit jeder Bissen perfekt ist.
Das Prinzip ist einfach: Struktur braucht Struktur. Stückige, dicke Saucen wie ein Ragù alla Bolognese oder Saucen mit Gemüsewürfeln haften am besten an Pastaformen mit Hohlräumen und Rillen. Röhrennudeln wie Penne oder Rigatoni fangen die Fleisch- und Gemüsestücke in ihrem Inneren auf. Kurze, gedrehte Formen wie Fusilli oder breite, raue Bandnudeln wie Tagliatelle oder Pappardelle bieten mit ihrer großen Oberfläche viel Haftungsfläche für die Sauce. Spaghetti hingegen sind die idealen Partner für glatte, leichte Saucen auf Öl- oder Tomatenbasis (Aglio e Olio, Vongole), die sich elegant um die dünnen Stränge legen.

Auch der Teller spielt eine Rolle bei der perfekten Pasta-Erfahrung. Tiefe Teller oder Schalen sind ideal für kurze Pasta mit stückigen Saucen, da sie das Aufnehmen mit dem Löffel erleichtern und die Wärme besser halten. Lange Pasta wie Spaghetti wird oft in flachen, breiten Pastatellern serviert, die das elegante Aufwickeln der Nudeln mit der Gabel ermöglichen. Selbst regionale Spezialitäten wie die deutschen Spätzle oder Knöpfle folgen dieser Logik: Die unregelmäßige Oberfläche der Knöpfle ist perfekt für deftige Linsen mit Speck, während lange Spätzle cremige Rahmsaucen wunderbar aufnehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein verstärkter „Profi-Rand“ und eine hohe Brenntemperatur (über 1.400°C) sind die wahren Garanten für die Stoßfestigkeit eines Tellers, nicht die Porzellanart.
- Qualität ist sinnlich erfahrbar: ECHTES Bone China erkennen Sie an seiner Lichtdurchlässigkeit (Transluzenz), dem hellen Klang und dem geringeren Gewicht.
- Die Langlebigkeit eines Dekors hängt von der Herstellung ab: Inglasur- und Unterglasur-Dekore sind dauerhaft spülmaschinenfest, während Aufglasur-Dekore (oft Gold/Platin) empfindlich sind.
Beeinflusst die Form des Glases wirklich den Geschmack oder ist das nur Marketing?
Die Frage, ob ein Weinglas für 5 Euro denselben Dienst tut wie ein handgefertigtes Kristallglas für 50 Euro, beschäftigt Kenner und Genießer gleichermaßen. Ist die Idee des „sortenreinen“ Glases, also ein spezielles Glas für jede Rebsorte, nur cleveres Marketing? Die Antwort ist, wie so oft, differenziert: Nein, es ist kein reines Marketing, aber die Effekte werden oft übertrieben. Die Form eines Glases hat einen realen, physikalisch messbaren Einfluss auf die Wahrnehmung von Aromen und Geschmack.
Zwei Hauptfaktoren sind hier entscheidend. Erstens: die Entfaltung der Aromen. Ein Rotweinglas hat einen breiten, bauchigen Kelch (den „Kamin“), um dem Wein eine große Oberfläche zur Oxidation zu bieten. Der Kontakt mit Sauerstoff setzt flüchtige Aromastoffe frei. Die sich nach oben verjüngende Öffnung des Glases bündelt diese Aromen und leitet sie konzentriert zur Nase. Ein schmales Weißweinglas hingegen soll die Oxidation minimieren und die kühle Temperatur länger halten, weshalb sein Kamin kleiner ist. Eine Sektflöte ist extrem schmal, um die Kontaktfläche zur Luft zu minimieren und das Perlen der Kohlensäure (das „Perlage“) so lange wie möglich zu erhalten.
Zweitens: die Steuerung des Flüssigkeitsflusses auf die Zunge. Unsere Zunge hat unterschiedliche Zonen, die auf süß, sauer, salzig und bitter empfindlicher reagieren. Die Form des Glasrandes beeinflusst, an welcher Stelle die Flüssigkeit zuerst auf die Zunge trifft. Ein weit ausgestellter Rand (typisch für einige Chardonnay-Gläser) leitet den Wein breitflächig auf die Zungenspitze und die Seiten, was die Frucht- und Süßewahrnehmung betont. Ein schmaler, gerader Rand (typisch für Riesling-Gläser) zwingt den Trinker, den Kopf leicht nach hinten zu neigen, und leitet den Wein eher mittig auf die Zunge, was die Säure und Mineralität in den Vordergrund stellt. Es ist also kein Zufall, dass die Form des Glases den Charakter eines Weines unterstreichen oder sogar verändern kann. Die Investition in einige wenige, aber gute Universal-, Rotwein- und Weißweingläser ist daher für jeden Weinliebhaber eine lohnende Veredelung des Genusses.
Jetzt, da Sie die Geheimnisse der Materialien und Formen kennen, sind Sie gerüstet, die perfekte Leinwand für Ihre kulinarischen Kreationen zu wählen. Betrachten Sie Ihren nächsten Geschirrkauf nicht als lästige Pflicht, sondern als kuratorische Entscheidung. Fühlen, hören und sehen Sie hin – werden Sie selbst zum Experten, der Qualität erkennt und in Langlebigkeit und Schönheit investiert.