
Zusammenfassend:
- Der hohe Preis von Premium-Fleisch wie Dry Aged Beef ist durch einen bewussten Veredelungsprozess mit Gewichtsverlust und Geschmacksintensivierung gerechtfertigt.
- Präzision ist der Schlüssel: Verlassen Sie sich für die perfekte Garstufe auf ein digitales Thermometer statt auf ungenaue Methoden wie den Handballentest.
- Geduld zahlt sich aus: Richtiges Salzen (mindestens 45 Minuten vorher) und eine Ruhephase nach dem Braten sind wissenschaftlich entscheidend für Saftigkeit und Kruste.
- Intelligente Alternativen wie Flank oder Onglet (Nierenzapfen) bieten oft ein intensiveres Geschmackserlebnis als das teurere Filet.
Der Moment ist fast andächtig: Sie halten ein Stück Fleisch in den Händen, das nicht nur ein Lebensmittel, sondern ein Statement ist. Ein 30 Tage trockengereiftes Ribeye, dessen Marmorierung an ein Kunstwerk erinnert und dessen Preis von 40 Euro pro Kilogramm oder mehr eine klare Botschaft sendet: Hier handelt es sich um eine Investition in puren Genuss. Doch mit dem Wert steigt auch die Furcht. Die Angst, dieses kostbare Produkt durch einen einzigen Fehler in der Zubereitung zu ruinieren. Die gängigen Ratschläge sind bekannt: scharf anbraten, ruhen lassen, fertig. Doch diese vereinfachen einen Prozess, der mehr mit Physik und Chemie zu tun hat als mit reiner Intuition.
Dieser Artikel bricht mit oberflächlichen Anleitungen. Wir betrachten Ihr Investment nicht als einfaches Rezept, sondern als einen Veredelungsprozess. Die wahre Meisterschaft liegt nicht darin, blind Regeln zu folgen, sondern die wissenschaftlichen Prinzipien dahinter zu verstehen. Was passiert auf zellulärer Ebene, wenn Salz auf rohes Fleisch trifft? Warum ist die Ruhephase mehr als nur eine Pause? Und wie kann ein günstigerer „Second Cut“ geschmacklich ein Filet übertreffen? Es geht um einen respektvollen Umgang mit einem außergewöhnlichen Produkt, der sicherstellt, dass jeder Cent Ihrer Investition sich in einem unvergleichlichen Geschmackserlebnis auszahlt.
Wir werden gemeinsam die entscheidenden Phasen der Zubereitung entschlüsseln – von der bewussten Auswahl über die präzise Garung bis hin zum perfekten Anschnitt. Sie werden lernen, nicht nur zu kochen, sondern die Qualität Ihres Fleisches gezielt zu veredeln und Ihr Investment mit der Sicherheit eines Profis zu schützen.
Inhaltsverzeichnis: Der Weg zur meisterhaften Fleischzubereitung
- Lohnt sich der Aufpreis für 30 Tage trocken gereiftes Rindfleisch wirklich geschmacklich?
- Wie zuverlässig ist der Handballen-Drucktest für „Medium Rare“ wirklich?
- Warum läuft der Fleischsaft aus, wenn Sie das Steak sofort anschneiden?
- Flank oder Skirt: Welche günstigeren Schnitte bieten mehr Geschmack als das Filet?
- Entzieht Salz dem rohen Steak Wasser oder sorgt es für die perfekte Kruste?
- Welche Klingenform passt zu Ihrer Schneidtechnik (Wiegen vs. Hacken)?
- Müssen Sie wirklich auf Spülmittel verzichten oder gilt das nur für unbeschichtetes Eisen?
- Lohnt sich das Garen bei 80 Grad für 12 Stunden im Vergleich zum Schnellkochtopf?
Lohnt sich der Aufpreis für 30 Tage trocken gereiftes Rindfleisch wirklich geschmacklich?
Der Preis von Dry Aged Beef ist kein Marketing-Trick, sondern das direkte Ergebnis eines aufwendigen Veredelungsprozesses. Während der Trockenreifung am Knochen verliert das Fleisch durch Verdunstung an Wasser. Fleischexperten bestätigen, dass dieser Gewichtsverlust bei der Trockenreifung 10 bis 30 % betragen kann. Dieser Verlust muss vom Metzger einkalkuliert werden und erklärt einen wesentlichen Teil des höheren Preises. Doch es ist mehr als nur Wasserverlust. Fleisch-Enzyme beginnen, das Bindegewebe aufzuspalten, was das Fleisch unvergleichlich zart macht. Gleichzeitig konzentrieren sich die verbleibenden Aromen und es entsteht eine völlig neue, komplexe Aromenarchitektur.
Die Bedingungen für diesen Prozess sind exakt definiert. Die optimalen Reifebedingungen für Dry Aged Beef liegen bei 21 bis 28 Tagen, bei etwa 60% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur um 2-3°C. Bei dieser Temperatur entsteht durch die Enzymaktivität eine Fülle an neuen Aromamolekülen, die an Nüsse, Butter oder sogar an reifen Käse erinnern können. Dieser biochemische Wandel ist der Grund, warum ein perfekt gereiftes Steak eine geschmackliche Tiefe besitzt, die Frischfleisch niemals erreichen kann. Sie zahlen also nicht nur für Zartheit, sondern für ein einzigartiges und intensives Geschmacksprofil.
Letztendlich ist die Entscheidung eine Frage der Wertschätzung. Wenn Sie ein Steak als reines Sättigungsmittel sehen, ist der Aufpreis schwer zu rechtfertigen. Wenn Sie es jedoch als kulinarisches Erlebnis betrachten, ähnlich einer Weinprobe, dann ist die Investition in Dry Aged Beef eine Investition in eine unvergleichliche Komplexität und Tiefe des Geschmacks. Es ist der Unterschied zwischen einem einfachen Ton und einem vollen Akkord.
Wie zuverlässig ist der Handballen-Drucktest für „Medium Rare“ wirklich?
Der Handballen-Drucktest ist eine oft zitierte Methode, um die Garstufe eines Steaks ohne Werkzeug zu bestimmen. Die Idee: Die Spannung des Daumenballens bei verschiedenen Fingerkombinationen soll der Festigkeit des Steaks bei den Garstufen „Rare“ bis „Well Done“ entsprechen. Doch als Fleisch-Sommelier muss ich klar sagen: Diese Methode ist für ein 40-Euro-Investment ein unnötiges Risiko. Wie Fleischexperten bestätigen, ist der Test zwar schnell, aber alles andere als exakt.
Der Handballen-Test ist natürlich ein schneller Weg, um die Garstufe zu testen, exakt ist er allerdings nicht. Drückt man zu fest oder zu leicht, kann das Ergebnis natürlich verfälscht werden.
– Fitmeat Fleischexperten, Fitmeat.at Ratgeber
Die individuelle Festigkeit der Hand, die Dicke und der Cut des Steaks oder der Druckwinkel können das Ergebnis massiv verfälschen. Bei einem so wertvollen Stück Fleisch sollten Sie nicht raten, sondern wissen. Der einzig verlässliche Weg, die perfekte Garstufe „Medium Rare“ zu treffen, ist die Messung der Kerntemperatur. Hierfür ist ein digitales Fleischthermometer ein unverzichtbares Werkzeug zum Schutz Ihrer Investition.

Die Zieltemperatur für „Medium Rare“ ist präzise definiert und lässt keinen Raum für Interpretation. Das folgende Tableau verdeutlicht den Unterschied in der Genauigkeit der Methoden. Ein digitales Thermometer bietet die Sicherheit, die Ihr Steak verdient.
Wie eine vergleichende Analyse der Methoden zeigt, ist die Temperaturmessung der Goldstandard, um konsistente und perfekte Ergebnisse zu erzielen.
| Methode | Genauigkeit | Kerntemperatur Medium Rare | Vor-/Nachteile |
|---|---|---|---|
| Digitales Thermometer | Sehr hoch | 52-55°C | Exakt, aber Loch im Fleisch |
| Handballentest | Mittel | Nicht messbar | Schnell, aber ungenau |
| Visuelle Rückfederung | Hoch (mit Übung) | Nicht messbar | Profimethode, erfordert Erfahrung |
Warum läuft der Fleischsaft aus, wenn Sie das Steak sofort anschneiden?
Dieses Phänomen ist einer der häufigsten und enttäuschendsten Fehler bei der Zubereitung eines Premium-Steaks: Sie haben alles richtig gemacht, doch beim ersten Schnitt bildet sich eine verräterische Pfütze aus Fleischsaft auf dem Teller. Das Steak wird trocken und zäh. Der Grund dafür ist ein einfacher physikalischer Prozess. Während des Bratens bei hoher Hitze ziehen sich die Muskelfasern, insbesondere an der Oberfläche, stark zusammen und pressen den Saft ins kühlere Zentrum des Steaks. Man kann es sich wie das Auswringen eines Schwammes vorstellen.
Wenn Sie das Steak nun direkt von der Hitze nehmen und anschneiden, kann der unter hohem Druck stehende Saft im Inneren ungehindert entweichen. Die Lösung ist ebenso einfach wie entscheidend: die Ruhephase. Nachdem das Steak aus der Pfanne oder vom Grill genommen wurde, sollte es in Alufolie gewickelt für etwa 5 bis 10 Minuten ruhen. In dieser Zeit passiert etwas Magisches: Die Muskelfasern entspannen sich langsam wieder. Sie verlieren ihre Spannung und können den zuvor ins Zentrum gepressten Fleischsaft wieder aufnehmen und gleichmäßig im gesamten Steak verteilen. Der „Schwamm“ saugt sich wieder voll.
Diese kurze Wartezeit ist der wichtigste Schritt, um die Saftigkeit und damit den vollen Geschmack Ihres Investments zu bewahren. Nutzen Sie diese 5 Minuten doch sinnvoll, um aus dem Bratensatz eine schnelle, aromatische Pfannensauce zu zaubern. So wird die Wartezeit zu einem aktiven Teil des Veredelungsprozesses.
- Steak aus der Pfanne nehmen und in Alufolie ruhen lassen
- In der heißen Pfanne 2 EL Butter schmelzen
- Zerquetschte Knoblauchzehe und Rosmarinzweige hinzufügen
- Mit 100ml Rotwein oder Brühe ablöschen
- Bratensatz lösen und 2-3 Minuten einkochen lassen
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig in 5 Minuten!
Flank oder Skirt: Welche günstigeren Schnitte bieten mehr Geschmack als das Filet?
Das Filet gilt gemeinhin als der edelste Cut vom Rind. Es ist unbestreitbar das zarteste Stück, aber ist es auch das schmackhafteste? Aus der Perspektive eines Fleisch-Sommeliers lautet die Antwort klar: Nein. Das Filet ist so zart, weil es ein kaum beanspruchter Muskel ist. Das bedeutet aber auch, dass es wenig intramuskuläres Fett (Marmorierung) und einen eher milden Eigengeschmack hat. Für wahre Geschmacksjäger liegen die wahren Schätze oft in den sogenannten „Second Cuts“ oder „Metzgerstücken“ – Schnitte, die früher dem Metzger selbst vorbehalten waren.
Diese Stücke, wie das Flank Steak (aus dem Bauchlappen), das Skirt Steak (Zwerchfell) oder das in Deutschland als Onglet oder Nierenzapfen bekannte Hanger Steak, stammen von Muskeln, die stärker beansprucht wurden. Sie haben eine gröbere Faserstruktur, sind aber intensiver durchblutet und weisen oft eine bessere Marmorierung auf. Das Ergebnis ist ein tiefes, komplexes und ausgesprochen kräftiges Rindfleischaroma, das ein Filet weit in den Schatten stellt. Ein weiterer spannender Cut ist das Tri-Tip, in Deutschland auch als Bürgermeister- oder Pastorenstück bekannt, das eine wunderbare Balance aus Zartheit und Geschmack bietet.
Der entscheidende Punkt bei diesen Cuts ist die richtige Zubereitung und vor allem der richtige Anschnitt. Da sie längere Muskelfasern haben, müssen sie nach dem Garen unbedingt dünn und quer zur Faser aufgeschnitten werden. So werden die langen Fasern durchtrennt und das Fleisch wird butterzart. Preislich sind diese Cuts oft nur halb so teuer wie ein Filet, bieten aber ein doppelt so intensives Geschmackserlebnis.

Eine vergleichende Übersicht deutscher Second Cuts zeigt eindrucksvoll, wo das beste Preis-Geschmacks-Verhältnis zu finden ist.
| Cut | Preis/kg | Geschmack (1-10) | Zartheit (1-10) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Filet | 60-80€ | 6 | 10 | Sehr zart, mild |
| Flank Steak | 25-30€ | 9 | 6 | Intensiv, muss quer zur Faser geschnitten werden |
| Onglet/Nierenzapfen | 20-25€ | 10 | 7 | Auch als ‚Metzgerstück‘ bekannt |
| Tri-Tip/Bürgermeisterstück | 20€ | 8 | 8 | Vielseitig, aromatisch |
| Falsches Filet | 22-25€ | 7 | 8 | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
Entzieht Salz dem rohen Steak Wasser oder sorgt es für die perfekte Kruste?
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Salzen eines Steaks ist eine der am heißesten diskutierten in der Fleisch-Community. Die landläufige Meinung, Salzen würde dem Fleisch Wasser entziehen und es trocken machen, ist nur die halbe Wahrheit und führt oft zu fatalen Fehlern. In Wirklichkeit ist Salz der Schlüssel zu einem saftigeren Steak und einer besseren Kruste – wenn es richtig angewendet wird. Der Prozess, der hier abläuft, ist Osmose und Diffusion und er braucht vor allem eines: Zeit.
Wenn Sie Salz auf das Steak geben, zieht es tatsächlich zuerst durch Osmose Wasser aus den obersten Zellschichten an die Oberfläche. Hier entsteht eine hochkonzentrierte Salzlake. Und genau hier machen viele den Fehler und werfen das Steak in die Pfanne. Das Ergebnis: Das Wasser auf der Oberfläche verdampft, kühlt die Pfanne ab und verhindert eine gute Maillard-Reaktion. Das Steak kocht eher, als dass es brät. Die Kruste wird mangelhaft und das Fleisch an der Oberfläche trocken.
Geben Sie dem Prozess jedoch Zeit, passiert das Gegenteil. Die entstandene Salzlake beginnt, die Proteinstruktur des Fleisches zu denaturieren (aufzubrechen). Anschließend wird diese salzige, geschmacksintensive Lake wieder vom Fleisch aufgesaugt. Dieser Prozess wird als „Dry-Brining“ bezeichnet. Das Salz dringt tief in das Fleisch ein, würzt es von innen und sorgt dafür, dass das Fleisch beim Garen mehr Feuchtigkeit binden kann. Es wird also saftiger, nicht trockener. Gleichzeitig ist die Oberfläche des Steaks nach diesem Prozess trockener, was die Voraussetzung für eine perfekte, knusprige Kruste ist. Aus diesem Grund empfehlen Fleischexperten das Salzen mindestens 45 Minuten vorher, idealerweise sogar mehrere Stunden oder über Nacht im Kühlschrank.
Welche Klingenform passt zu Ihrer Schneidtechnik (Wiegen vs. Hacken)?
Ein respektvoller Umgang mit einem 40-Euro-Steak endet nicht mit der perfekten Garung, sondern setzt sich beim Tranchieren fort. Ein ungeeignetes oder stumpfes Messer kann die mühsam aufgebaute Struktur des Fleisches zerstören und die Fasern zerreißen statt sie sauber zu durchtrennen. Die Wahl des richtigen Messers ist daher kein Detail, sondern ein entscheidender Teil des Veredelungsprozesses. Dabei spielen die Klingenform und die Herkunft des Stahls, wie zum Beispiel aus der deutschen Klingenstadt Solingen, eine zentrale Rolle.
Grundsätzlich gibt es zwei Philosophien: Die deutsche Messerform, oft mit einer bauchigeren, geschwungenen Klinge, ist für den klassischen Wiegeschnitt optimiert. Hierbei bleibt die Messerspitze auf dem Brett und der Bauch der Klinge wird in einer wiegenden Bewegung durch das Schnittgut geführt. Im Gegensatz dazu steht die japanische Form wie beim Santoku, die eine geradere Schneide hat und sich besser für ziehende oder hackende Schnitte eignet. Für das präzise Tranchieren eines teuren Steaks ist jedoch ein spezielles Tranchiermesser mit einer langen, dünnen und starren Klinge die beste Wahl. Es ermöglicht lange, saubere Schnitte ohne abzusetzen, was für ein gleichmäßiges Schnittbild sorgt. Wichtig ist hierbei eine glatte Schneide, kein Wellenschliff, der die Fasern zerreißen würde.
Die Qualität des Stahls ist dabei ebenso entscheidend. Ein anerkannter Experte gibt hierzu eine klare Empfehlung für Qualität aus Deutschland:
Für ein hochwertiges Messer aus Solingen sollten Sie auf die Stahlart X50CrMoV15 achten, die einen optimalen Härtegrad auf der Rockwell-Skala bietet und eine hervorragende Schnitthaltigkeit garantiert.
– Christoph Grabowski, Fleischermeister und Fleischsommelier
Die Investition in ein solches Messer ist eine Investition in die Perfektion jedes einzelnen Tellers. Es stellt sicher, dass die Zartheit und Saftigkeit, die Sie durch die richtige Zubereitung erreicht haben, auch beim Gast ankommen.
Müssen Sie wirklich auf Spülmittel verzichten oder gilt das nur für unbeschichtetes Eisen?
Der Mythos, dass eine Gusseisenpfanne niemals Spülmittel sehen darf, hält sich hartnäckig. Er entstammt einer Zeit, als Spülmittel noch aggressive Laugen enthielten, die die mühsam eingebrannte Schutzschicht, die sogenannte Patina, tatsächlich angreifen konnten. Diese Patina ist essentiell: Sie ist ein natürlicher Antihaft-Schutz und ein wichtiger Aromaträger. Doch die Chemie hat sich weiterentwickelt. Moderne, pH-neutrale Spülmittel sind weitaus sanfter und greifen eine gut etablierte Patina nicht mehr an.
Gerade beim Umgang mit rohem, teurem Fleisch ist Hygiene oberstes Gebot. Bakterien können die Qualität Ihres Investments gefährden. Arbeitsflächen, Messer und Hände müssen akribisch gereinigt werden. Es wäre widersinnig, ausgerechnet bei der Pfanne, in der sich Bratensaft und Fette sammeln, auf eine gründliche Reinigung zu verzichten. Ein Tropfen modernes Spülmittel, mit heißem Wasser und einer Bürste verwendet, ist daher nicht nur unbedenklich, sondern bei Bedarf sogar empfehlenswert, um Keime und starke Gerüche (z.B. von Knoblauch oder Fisch) zu entfernen.
Viel wichtiger als der komplette Verzicht auf Spülmittel ist die richtige Pflegeroutine direkt nach dem Gebrauch. Dies erhält die Patina und verhindert Rost. Die sprichwörtliche „deutsche Gründlichkeit“ ist hier der beste Weg, um die Langlebigkeit Ihrer Pfanne – und damit die Qualität Ihrer Steaks – zu sichern.
Ihr Plan zur perfekten Pfannenpflege nach deutscher Gründlichkeit
- Direkt nach Gebrauch die noch heiße Pfanne mit heißem Wasser ausspülen, um den thermischen Schock zu nutzen.
- Hartnäckige Reste mit einer Bürste oder, als mechanisches Scheuermittel, mit grobem Salz und etwas Öl entfernen.
- Die Pfanne IMMER gründlich abtrocknen, am besten auf der noch warmen Herdplatte, um jegliche Feuchtigkeit zu verdampfen und Rost zu verhindern.
- Einen Tropfen hoch erhitzbares Öl (z.B. Rapsöl) mit einem Küchenpapier hauchdünn auf der Innenseite verteilen. Dies pflegt die Patina.
- Bei starken Gerüchen oder wenn rohes Fleisch mit der Pfanne in Kontakt kam, ist eine sanfte Reinigung mit einem Tropfen Spülmittel erlaubt und hygienisch sinnvoll.
Das Wichtigste in Kürze
- Qualität hat ihren Preis: Der Veredelungsprozess des Dry-Aging rechtfertigt den Aufpreis durch eine unerreichte Geschmacksintensität und Zartheit.
- Präzision schlägt Intuition: Verlassen Sie sich für die perfekte Garstufe ausschließlich auf ein digitales Kerntemperatur-Thermometer, um Ihr Investment zu schützen.
- Geduld ist eine Zutat: Eine ausreichende Ruhephase nach dem Braten ist physikalisch unerlässlich, damit sich der Fleischsaft wieder verteilt und das Steak saftig bleibt.
Lohnt sich das Garen bei 80 Grad für 12 Stunden im Vergleich zum Schnellkochtopf?
Die Wahl der Garmethode hat einen ebenso großen Einfluss auf das Endergebnis wie die Qualität des Fleisches selbst. Hier stehen sich zwei Extreme gegenüber: das extrem langsame Garen bei Niedrigtemperatur (z.B. 80°C im Ofen) und das extrem schnelle Garen unter Druck im Schnellkochtopf. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, sind aber für völlig unterschiedliche Fleischstücke und Ziele konzipiert. Für Ihr 40-Euro-Ribeye ist der Schnellkochtopf der sichere Ruin, während die Niedrigtemperatur-Methode seine Qualitäten zur Vollendung bringen kann.
Die Niedrigtemperatur-Methode ist ideal für zarte, edle Stücke wie Roastbeef, Filet oder eben ein hochwertiges Ribeye, das nach dem scharfen Anbraten langsam auf die gewünschte Kerntemperatur gezogen wird. Die sanfte, gleichmäßige Hitze sorgt dafür, dass das Kollagen im Fleisch nicht schlagartig schrumpft. Das Ergebnis ist eine unübertroffene Saftigkeit und eine durchgehend perfekte rosa Farbe. Der Schnellkochtopf hingegen ist die Waffe der Wahl für zähe, bindegewebsreiche Stücke wie Beinscheibe oder Ochsenbacken. Der hohe Druck und die Temperatur von bis zu 120°C brechen das Kollagen in kurzer Zeit auf und verwandeln es in weiche Gelatine. Ein edles Steak würde hier übergaren und seine feine Textur verlieren.
Ein oft übersehener Aspekt in der heutigen Zeit ist der Energieverbrauch. Während die Niedrigtemperatur-Methode über viele Stunden läuft, ist der Schnellkochtopf deutlich effizienter. Es gibt jedoch auch Hybrid-Methoden, die das Beste aus beiden Welten vereinen und für den klassischen deutschen Sonntagsbraten perfekt sind: Das Fleisch wird kurz scharf angebraten, dann im Topf bei niedrigerer Temperatur über 2-3 Stunden geschmort. Das sichert eine tolle Kruste und butterzartes Fleisch.
Die folgende Tabelle zeigt, dass die Wahl der Methode nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Effizienz ist, wie Daten zum Energieverbrauch beim Garen belegen.
| Methode | Temperatur | Zeit | Stromverbrauch (kWh) | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Niedrigtemperatur | 80°C | 12 Stunden | ~2,4 kWh | Roastbeef, zarte Stücke |
| Schnellkochtopf | 120°C | 1,5 Stunden | ~0,5 kWh | Beinscheibe, Ochsenbacken |
| Hybrid-Methode | Kombi | 2-3 Stunden | ~0,8 kWh | Beste aus beiden Welten |
Nachdem Sie nun die wissenschaftlichen und handwerklichen Geheimnisse hinter der perfekten Zubereitung kennen, sind Sie gewappnet. Gehen Sie mit dem Selbstvertrauen eines Fleisch-Sommeliers an Ihr nächstes Premium-Steak heran und verwandeln Sie Ihr Investment souverän in ein unvergessliches Geschmackserlebnis.
Häufige Fragen zur perfekten Fleischzubereitung
Warum ist Salzen 10 Minuten vorher der schlimmste Fehler?
In diesem Zeitraum hat das Salz bereits Wasser aus dem Fleisch gezogen, aber die entstandene Sole hatte noch keine Zeit, wieder ins Fleisch einzudringen. Das Ergebnis: Die Oberfläche ist feucht, was eine gute Krustenbildung verhindert, und das Fleisch hat bereits an Saft verloren.
Welches Salz eignet sich am besten für die Kruste?
Grobes Meersalz oder Fleur de Sel sind ideal. Ihre größeren Kristalle lösen sich langsamer auf und bilden eine hervorragende Kruste beim Braten. Feines Jodsalz ist ungeeignet, da es zu schnell eindringt, bitter schmecken kann und keine gute Textur für die Kruste liefert.
Was ist Dry-Brining?
Beim Dry-Brining wird das Fleisch mehrere Stunden oder über Nacht großzügig gesalzen und unbedeckt im Kühlschrank gelagert. Das Salz zieht erst Wasser, bildet eine konzentrierte Sole, die dann wieder tief ins Fleisch einzieht. Dies würzt das Fleisch von innen, macht es saftiger und trocknet die Oberfläche perfekt für die Maillard-Reaktion.